Katziges

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Mit diesem Buch hat wahrscheinlich alles angefangen:

Ich war sieben, vielleicht auch acht Jahre jung, als ich es las. Und ich liebte es so sehr, daß es heute das einzige Kinderbuch ist, das ich aus alter Zeit noch aufbewahre.

Schaut mal, wie vergilbt die Seiten inzwischen sind:

Wen wundert’s, daß meine erste Katze „Mohrli“ genannt wurde?!

Sie war eine schwarzweiß gefleckte Kätzin, eine Freigängerin, die stolz die von ihr erjagdten Mäuse auf unserer Terrasse aufreihte, sehr zum Entsetzen meiner Mutter.

Mohrli und ich waren dickste Freundinnen, ja, sie ließ sich von mir sogar im Puppenwagen spazieren fahren, wenn wir ihren Bruder „Bingo“ (!!!), einen hübschen Tigerkater, der Hunde liebte, besuchen gingen. Bingo wohnte ganz in der Nähe bei einer Arbeitskollegin meines Vaters.

Mein wunderbares Zusammenleben mit Katzen endete abrupt mit der Trennung meiner Eltern, damals war ich zehn Jahre alt.

Es folgten viele, viele Jahre, in denen ich ohne Katzen lebte: Ja, es ist wirklich möglich! Aber nicht wirklich lebenswert ;).

1990 war es schließlich soweit:

Eine Katze hielt bei mir Einzug!

„Mirka“ taufte ich die zierliche, schwarzweiß gefleckte Katzendame, die ich aus dem Tierheim holte.

Leider habe ich kein Foto von ihr, das ich hier reinstellen kann. Aber sie war wirklich eine Schönheit!

Damit sie nicht so alleine war, während ich arbeitete, kam schon bald Kater Kinski dazu.

Ein Prachtkater!

Einer, der seine Kätzinnen heiß und innig liebte und für alle Verrücktheiten zu haben war.

Als Katze Mirka über die Regenbogenbrücke ging (sie starb an einem Gesäugetumor, der trotz 2 Operationen nicht mehr zu bremsen war), trauerte Kinski sehr. So beschlossen wir, ihm eine neue Gefährtin zuzugesellen:

Luna hieß die pausbäckige schwarze Wuchtbrumme, an der Kinski sofort Gefallen fand.

Vermittelt wurde uns Luna durch Frau Kalchert, die wir bei dieser Gelegenheit kennenlernen durften.

Frau Kalchert und ihr engagierter Einsatz für Katzen in Not werden hier in meinem Blog immer wieder erwähnt werden, weil es mir einfach eine Herzensangelegenheit ist, darauf aufmerksam zu machen.

Luna war eine Katze aus 3. oder sogar 4. Hand, ziemlich ängstlich anfangs, später aber umso anhänglicher und zutraulicher.

Leider blieb Luna nur 3 Jahre bei uns.

Ihre Todesursache konnte nie ganz geklärt werden, ich vermute aber eine Antibiotika-Allergie, da sie nur wenige Stunden nach einer Injektion Amoxicillin qualvoll in meinen Armen starb.

Kater Kinski war also wieder Witwer; wir hatten eine „Stelle“ frei…

Von Frau Kalchert, die selbst gerade keine passende Gefährtin für Kinski zu vermitteln hatte, initiiert, vermittelte uns der Freundeskreis Katze und Mensch e.V. ( www.katzenfreunde.de ) unseren kleinen Wildfang, Katze „Murmel“:

Murmel wurde wohl ausgesetzt.

Sie war hochträchtig, als sie bei Herrn Rubel  vom Freundeskreis Katze und Mensch in die Pflegestelle kam.

Trotz intensiver Nachforschungen meldete sich nie jemand, der die hübsche, zierliche Glückskatze vermisste.

So bekam Murmel in der Pflegestelle ihre Katzenbabies, war noch Amme für weitere mutterlose Kitten in der Pflegestelle…

…und dann kam sie zu uns!

Vier Jahre ist das mittlerweile her, und eigentlich müßte Murmel ja auch so langsam mal ruhiger werden, mit zunehmendem Alter und so…

Aber sie fegt und fetzt hier durch die Wohnung wie ein kleiner Wirbelwind.

So eine putzmuntere, durch und durch liebenswerte Katze!

Vor dreieinhalb Jahren kam dann noch Monsieur M. hinzu.

Den alten Kater hatte ich beim Zeitungen austragen kennengelernt.

Da, wo er war, ging es ihm nicht gut. Er hatte zwar Besitzer, aber die ließen den alten Kater nicht ins Haus. Bei schlimmsten Wetter mußte Monsieur M. draußen sein. Davon war er auch schon ganz krank!

Schließlich beschloß er, von diesen herzlosen Menschen wegzugehen und lief mir einfach hinterher…

Nachdem wir ihn einige Wochen heftig gesundgeflegt hatten, sah er schon wieder besser aus:

Monsieur M. war, wie sich herausstellte, über 20 Jahre alt!

Das ist für eine Katze ein wirklich biblisches Alter. Überlegt man sich aber, unter welch schlimmen Bedingungen Monsieur M. leben mußte, bevor er zu uns kam, ist es ein kleines Wunder, daß er so alt wurde.

Kater Kinski, inzwischen ja auch nicht mehr der Jüngste, und Monsieur M. wurden jedenfalls gute Freunde. „Waldorf und Stadler“, nach den beiden Alten in der Loge bei der „Muppets Show“, nannten wir die zwei alten Kater oft scherzhaft.

Innerhalb weniger Monate gingen dann beide über die Regenbogenbrücke.

Kinski, mein geliebtes „Strümpfchen“, hatte lange an chronischer Niereninsuffizienz gelitten. Als er keine Lebensqualität mehr hatte, erlöste ihn unsere Tierärztin. Sie war zu uns nach Hause gekommen, und so blieb Kinski letzter Transportstreß erspart. Ihm war ein Abschied in vertrauter Umgebung vergönnt. Bis zuletzt schnurrte er in meinen Armen.

Über 16 wunderbare Jahre habe ich mit Kinski erleben dürfen! Dafür bin ich sehr dankbar.

Vier Monate später ging auch Monsieur M. für immer von uns. Er hatte noch gefuttert, war auf dem Klo, hatte mit meinem Mann geschmust…

Dann legte er sich auf seinen Schlafplatz auf der Couch, putze sich ein wenig…

Bekam dann wohl einen Herzinfarkt und schlief ganz friedlich und still ein.

Murmel allein zu Haus?!

So ein kleiner Wirbelwind braucht einfach einen Gefährten…

So kam, wenige Wochen nach Kater Kinskis Weggang, „Benny“ zu uns.

„Den würde ich nicht jedem geben!“, bemerkte Frau Kalchert noch, als sie uns Benny vermittelt hatte.

Hier ist ein wenig über Bennys Vorgeschichte zu lesen:

http://www.katzenvermittlung-stuttgart.de/192743.html

Und, auch auf Frau Kalchert’s Seite zu lesen:

60 Tage können verdammt lang sein, vor allem wenn man am Anfang noch gar nicht weiß, wie lange es wirklich dauert und ob es auch erfolgreich ist…. ich meine das „Gesundpflegen“ von Benny. Der arme Kerl müßte jetzt eigentlich „Ratiopharm“ heißen und vielleicht leuchtet er auch im Dunkeln. Auf jeden Fall hat er so ziemlich alles verpasst bekommen, was die moderne Tiermedizin so  zu bieten hat. Das habe ich ihm jeden Tag mit viel List und Tücke ins Futter gemogelt, dabei kam mir sein fast unbesiegbarer Appetit zur Hilfe. Irgendwann stellte sich heraus, dass er eine heftig verschleppte Halsentzündung hatte, die auf normale Medikamente gar nicht mehr ansprach. Und als sie es dann doch tat, konnten wir uns seine auffälligen Atemgeräusche nicht erklären. Und schließlich wurde er als ultima ratio in Narkose gelegt und alle seine Nebenhöhlen, Rachenräume etc. wurden eingehendst untersucht. Die lange verschleppte Hausentzündung hat Gewebewucherungen hinterlassen, diese segeln quasi in der Atemluft und erzeugen Atemgeräusche, die an eine Erkältung erinnern, aber nun wohl völlig harmlos sind. Macht nichts. Das wäre der erste Mann, der nicht schnarcht…..

Benny taut langsam auf, verschenkt sein Herz an mich, trotz der überstandenen Roßkur  (viel Auswahl hat er ja nicht) und macht mir sehr viel Freude. Ein prächtiges und inzwischen auch gesundes Katerchen und Langzeitprojekt…. 18.07.2009

„Langzeitprojekt“…

Das trifft es wohl ganz gut. Ausdauer muß man schon haben mit Benny.

Aber dafür werden wir auch reich belohnt!

Täglich gewinnen wir Benny’s Herz ein bißchen mehr für uns, Stück für Stück überwindet er alte Traumata und schenkt uns sein Vertrauen.

Und wenn er dann auch noch selbstvergessen, ganz großer roter Kater, mit Murmel durch die Wohnung tobt und rummenkenket, was die Kehle hergibt:

DAS IST EINFACH NUR FREUDE PUR!

:))

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